Mildred Pierce

Die fünfteilige Mini-Serie Mildred Pierce von Todd Haynes ist eine Adaption des gleichnamigen Buches aus dem Jahre 1941. Im März 2012 war die Serie bei uns bereits auf dem Bezahlsender TNT zu sehen. Wann sie im deutschen Free TV ausgestrahlt wird, ist noch unbekannt. Ich hatte das große Glück, sie auf der Kinoleinwand sehen zu dürfen.

Mildred Pierce spielt in den 50er Jahren und porträtiert eine Frau, die sich von den sie umgebenden gesellschaftlichen Zwängen und auch geschlechtsspezifischen Vorurteilen zu befreien versucht. Ihr langer Weg des gesellschaftlichen Aufstiegs entgegen aller Widrigkeiten wird ebenso gezeigt wie ihr verzweifelter Versuch, die Anerkennung und Liebe ihrer eigenen Tochter, Veda, zu gewinnen.

Besonders beeindruckt war ich von der darstellerischen Leistung, sowohl von Kate Winslet, mit deren Rolle man sich schnell identifizieren konnte, als auch von Evan Rachel Wood, welche ihre Tochter, die kühle, intrigante und ehrgeizige Veda, verkörpert. Kostüm und Maske überzeugten auf ganzer Linie und erzeugten ein authentisches Bild des Lebens im Amerika der 50er Jahre.

Die ersten drei Folgen der Serie erfüllten denn auch alle Erwartungen, die Spannung flachte nicht ab, sondern steigerte sich von Folge zu Folge und man fieberte in jeder Minute mit den Charakteren mit. Man fühlte sich zurückversetzt in die 50er Jahre, war verzaubert von der Atmosphäre und der Geschichte um Mildred, die Todd Haynes schuf.

Jedoch konnte sich das sehr hohe Niveau in der vierten und fünften Folge nicht halten. Besonders die letzte Folge wirkte künstlich überladen und stark melodramatisch und erinnerte an eine Seifenoper. Besonders unglücklich und für den Zuschauer kaum nachvollziehbar war der sprunghafte Wechsel des Verhaltens von Veda von einer Szene zur nächsten. Der Charakter glitt ins Extreme über und die Handlung wurde vorhersehbar. Vermutlich hätte es der Serie und auch den Charakteren gut getan, die letzte Folge in zwei aufzuspalten, um ihrer Entwicklung mehr Raum zu geben.

Nichtsdestotrotz würde ich die Serie weiterempfehlen, allein schon wegen der schauspielerischen Leistung.

Sehr bewegt hat mich zudem ein Musikstück, das in der Serie von Veda performt wird: „The Bell Song“ stammt aus der französischen Oper Lakmé. Viele Künstlerinnen haben diese Arie schon gesungen, am schönsten klingt es meiner Meinung nach aber beiDilber Yunus.

http://www.youtube.com/watch?v=wHmhB-ds13g&feature=related

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