Geheimnisvolle Muse – Die Katze


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Sie stehen für Unabhängigkeit, Unangepasstheit und vollendete Eleganz: Katzen. Seit Tausenden von Jahren umhüllt sie der Zauber des Geheimnisvollen. Unter ihren Bewunderern befinden sich namenhafte Philosophen, Poeten und Künstler. Edgar Allen Poe, Hemingway, Truman Capote, Baudelaire – sie alle ließen sich für ihre Kurzgeschichten, Romane oder Gedichte von den eigensinnigen Vierbeinern inspirieren.

In der Verfilmung „Breakfast at Tiffany’s“ von Billy Wilder, nach dem gleichnamigen Roman Capotes, ist die Katze ein sehr wichtiger Bestandteil der Handlung, denn sie symbolisiert Holly Golightlys Unfähigkeit, Bindungen einzugehen. In ihrer Angst, sich einem anderen zu öffnen, ihn zu lieben und dabei Gefahr zu laufen, verletzt zu werden, weigert sich sich sogar, ihrem ihr zugelaufenen Kater einen Namen zu geben. Doch als sie alles zu verlieren droht und vor die Entscheidung gestellt wird, ihrem Herzen zu folgen oder für immer mit einer Selbstlüge zu leben, gibt sie ihre künstlich erzeugte Distanzhaltung auf. Und so schließt sie ihren Kater (und den hinreißenden Paul Varjak) am Ende in ihre Arme, in der Erkenntnis, dass man sich gegenseitig doch ein wenig braucht.

„Breakfast at Tiffany’s“ ist aber nicht der einzige Film, in dem eine Katze als „special guest“ die Leinwand eroberte. Die beiden französischen Filmemacher Agnès Varda (Die Strände von Agnès, La Pointe Courte, Cleo From 5 To 7) und Jacques Rivette (Celine et Julie Vont en Bateau oder Story of Marie and Julien) liebten Katzen und widmeten ihnen stets einen Platz in ihren Filmen. Ebenso der japanische Animationsfilmer Makoto Shinkai, dessen poetischer Kurzfilm „She and her cat“, aus Sicht einer Katze erzählt, nicht unerwähnt bleiben soll. Und die drollige Katze aus „Le chat d’appartement“ von Sarah Roper weckt wahre Beschützerinstinkte. Sehr zu empfehlen.

I love cats because I enjoy my home; and little by little, they become its visible soul.
―    Jean Cocteau

Aufmerksam machen möchte ich nun noch auf die Fotografin Rachael McKenna (http://rachaelmckenna.com/). In dem vom Knesebeck Verlag erschienenen Bildband „Katzen. Französische Landsitze und ihre Bewohner“ porträtiert sie in atmosphärischen Bildern das Leben der Katzen im Süden Frankreichs.

Ihre Kamera fängt jede Bewegung der scheuen Einzelgänger ein, ihre abenteuerlichen Entdeckungstouren durch malerische, verwinkelte Gassen, das Dösen auf den Fensterbrettern alter, charmanter Landhäuser, das Toben auf den Straßen kleiner Dörfer oder das Jagen in verwilderten, romantischen Gärten. Ein Hauch süfranzösischen Flairs durchzieht McKennas Bilder. Das Lebensgefühl des Savoir-Vivre scheinen die Katzen erfunden zu haben. Genussvoll und hoheitlich thronen sie über den Dächern Frankreichs. Und während sich die Menschen noch als Eigentümer wähnen, wird schnell klar, wer die wahren Herrscher ihrer Landsitze sind. Diese Welt gehört den Katzen.

Dieses bezaubernde Buch ist ein Muss für alle Katzen- aber auch Frankreichliebhaber. Es besticht durch seine originellen Bilder, den Begleittext, der französische Schriftsteller und Künstler zu Wort kommen lässt, und bietet als Extra dieser traumgleichen Reise außerdem Charles Perraults Version des Märchens „Der gestiefelte Kater“. Ich als Besitzerin einer dieser faszinierenden Geschöpfe habe mich sofort verliebt.

Eine Hommage an die Katze, le chat (Baudelaire)!

Hinweis: Die Abbildung des Coverfotos und der beiden Fotografien aus dem Buch „Katzen. Französische Landsitze und ihre Bewohner“ erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Knesebeck Verlags. Sie unterliegen dem Copyright © by McKenna / Knesebeck Verlag.

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2 Gedanken zu “Geheimnisvolle Muse – Die Katze

  1. Pitseleh schreibt:

    „Du warst in deinem früheren Leben bestimmt eine Katze!“ bekomme ich öfters von meiner Schwester zu hören, wenn ich (besonders an heißen Sommertagen) faul auf dem Sofa rumliege und… ähhh… nichts mache. Außer essen, schlafen und darauf warten gekrault zu werden. Gnihihi. (Oder wahlweise Koala, Panda oder Robbe)

    She and her cat ist wunder-wunder-wunderschön. Etwas melancholisch, aber ich mag das ja. Hach.
    Bei Le chat d’appartement kam ich aus dem Grinsen nicht mehr raus, vor aber auch wegen der Statur der Katze, hihi.

    • Ich muss mich mal bei dir bedanken, dass du dir immer so viel Mühe gibst und meine Beiträge so ausführlich kommentierst. :)
      Und ich freue mich, dass dir die Kurzfilme gefallen haben. Für melancholische Filme bin ich auch sehr empfänglich. Ich habe früher sogar eine Arbeit zum Thema „Melancholie im Film“ geschrieben. Vielleicht mache ich dazu irgendwann ein eigenes Topic auf. ;)

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