Schnelle Filmtipps (15.09.-30.09.)

Ariane – Liebe am Nachmittag (Liebeskomödie, USA 1957) Di, 17.9. / 13:45 / ARTE

San Fernando Cowboy (Drama, USA 2005) Do, 19.9. 22:25, 3Sat

Giuseppe Verdi: Otello (Oper 2008) Sa, 21.09. / 20:15 Uhr / 3sat

Die letzten Glühwürmchen (Anime, Japan 1988) Sa, 21.9. / 22:40 / ZDF Kultur

Nur die Sonne war Zeuge (Thriller, Fr/IT 1960) So, 22.9. / 20:15 / ARTE

Die zwölf Geschworenen (Drama, USA 1957) Mo, 23.9. / 20:15 / ARTE

Somersault (Drama, Australien 2004) Mo, 23.9. / 21:45 / ARTE

Mädchen in Uniform (Drama, D 1958) Mo, 23.9. / 22:50 / WDR

Ghost World (Comic-Adaption, USA 2000) Di, 24.09. / 20:15 / ZDF Kultur

Matilda (Komödie, USA 1996) Mi, 25.9. / 20:15 / Kabel1

Dogtooth (Drama, GR 2009) Mi, 25.9. / 23:55 / ARTE

Perfect Blue (Anime, Japan 1997) Sa, 28.9. / 22:55 / ZDF Kultur

La Vie en Rose (Biopic, FR 2007) So/MO, 29./30. / 2:00 / ARD

Inglourious Basterds (USA 2009) Mo, 30.9. / 22:25 / ZDF

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„Eine Liebeserklärung an…“

…oder man könnte es auch „Symptome von Fernweh“ nennen:

Liebes Wien,

du weckst in mir die Sehnsucht nach Musik,

nach Genuss,

nach grenzenloser Freiheit.

In lauen Sommernächten hast du mir deine Geschichte erzählt.

Auf all deinen Wegen habe ich einen Abdruck hinterlassen.

Und du auf mir.

Du erinnerst mich an Jesse und Céline,

an lange Spaziergänge,

an märchenhafte Kutschfahrten,

an ewige Liebe

– zu dir.

Buchtipp: „43 Gründe, warum es aus ist“ von Daniel Handler

Copyright © Carl Hanser Verlag, München

Copyright © Carl Hanser Verlag, München

Eine Freundin empfahl mir dieses Buch mit den Worten: „Die Protagonistin ist genauso eine Filmliebhaberin wie du!“ Also habe ich es mir gekauft und wurde nicht enttäuscht. Zwar richtet sich das Buch eher an Jugendliche, allerdings ist es, wie ich finde, nicht in einem kindlich-naiven Ton geschrieben, sondern erweist sich als eine durchaus ernsthaft-nachdenkliche Lektüre.

Mit dem Thema kann sich dann auch ein jeder identifizieren: Es geht um das Ende einer Beziehung und den Versuch, die Trennung zu einem ehemals geliebten Menschen sowie seine eigenen verletzten Gefühle zu verarbeiten.

Min, die Protagonistin in 43 Gründe, warum es aus ist von Daniel Handler, nimmt den Leser mit in ihre Vergangenheit, weiht ihn ein in ihre Gedanken und Sehnsüchte, beschreibt die erste Begegnung mit ihrem Ex-Freund Ed bis hin zum Zeitpunkt der Trennung. Sie entscheidet sich dafür, ihre Beziehung zu dem beliebten Co-Kapitän der Basketballmannschaft zu rekapitulieren, indem sie ihm einen langen Brief schreibt. Anhand von 43 Gegenständen – über Streichhölzer, Kinokarten, einen Schlüsselbund, bis hin zum Eierformer – beschwört sie besondere Erlebnisse und Ereignisse mit ihm herauf, und erklärt ihm gleichzeitig anhand dessen, warum die Beziehung scheitern musste.

Es ist ein langer Brief, der ihr hilft, zu verarbeiten, wütend zu sein, traurig zu sein.

Min ist 16 Jahre alt – und „anders“. Das zumindest ist das Wort, mit dem alle Welt, und vor allem Ed, sie beschreibt. Es ist einer der Gründe, warum er sie liebt: Sie gehört nicht zu den Mädchen, die eifersüchtig sind, wenn er über seine zahlreichen Ex-Beziehungen spricht; sie legt keinen Wert auf Blumen oder Mädchenkram; ihr ironischer Humor ist einzigartig, ebenso wie ihre zahlreichen verrückten Ideen und Einfälle.

Doch Min merkt bald, wie wenig sie und Ed eigentlich gemeinsam haben, wie wenig sie von seiner und er von ihrer Welt versteht. Ed liebt Basketball und das Bad in der Menge. Min hingegen liebt ihre verschrobenen Freunde und mehr als alles andere liebt sie alte Filme. Sie ist fasziniert von dieser Welt, derer sie sich verschrieben hat. Nahezu jede Situation erinnert sie an einen bestimmten Film, den sie gesehen hat. Dennoch versuchen beide, sich einander anzunähern.  Es ist der Versuch, der Liebe eine Chance zu geben, und der Versuch, zu ignorieren, dass es Dinge gibt, die stärker sind als Liebe allein.

Daniel Handler, unter dem Pseudonym Lemony Snicket bekannt, erzählt mit diesem Buch eine Geschichte, die jeder verstehen, jeder nachvollziehen kann. Die Charaktere sind keine Überflieger, sondern normale Menschen, mit Fehlern, die sie begehen und mit Träumen, die scheitern. Selten fand ich die Charaktere so ehrlich, und genau deshalb so liebenswert.

Auch mit Min konnte ich mich aufgrund ihrer Liebe zu Filmen ausgesprochen gut identifizieren. Zwar entspringen alle darin erwähnten Filme der reinen Fantasie des Autors, doch werden sie zum Teil so detailliert beschrieben, dass man gern selbst einen davon sehen möchte und nur hoffen kann, dass irgendwann einer davon einmal den Sprung auf die Leinwand schafft. Zumindest ist es Daniel Handler aber gelungen, das Interesse der Filmproduzenten für sein neuestes Werk zu wecken. Eine Verfilmung von 43 Gründe, warum es aus ist ist für 2014 geplant.

43 Gründe, warum es aus ist – und viele Gründe, warum man dieses Buch lesen sollte.

Erschienen beim Carl Hanser Verlag.

 

Übrigens musste ich bei diesem Buch an das „Museum der zerbrochenen Beziehungen“ in Zagreb / Kroatien denken, das 2011 mit dem Kenneth Hudson Award ausgezeichnet wurde. Dort sind Gegenstände, alte Relikte, ausgestellt, die an Beziehungen erinnern, die gescheitert sind. Ein jeder kann dort einen Gegenstand einreichen, wenn er möchte, und dazu einen kleinen Text verfassen. Wer also einmal in Kroatien ist, sollte unbedingt dort vorbeischauen.

DVD-Tipp: Arielle, die Meerjungfrau (Diamond Edition)

Hans Christian Andersens Märchen von der kleinen Meerjungfrau inspirierte in den 80er Jahren die Disney-Macher zu diesem zauberhaften Film, den ich das erste Mal mit sechs Jahren gesehen habe, und der mich bereits damals fasziniert hat.Es geht um die alte Geschichte einer Liebe, die alle Grenzen zu überwinden sucht, und erinnert an die Parabel vom Fisch und vom Vogel, die sich ineinander verlieben. Während in Andersens melancholischem Märchen die Geschichte eine tragische Wendung nimmt und die Liebe zwischen dem Meermädchen und dem Menschen trotz aller Anstrengungen unerfüllt bleiben muss, erleben wir bei Arielle, der Meerjungfrau ein klassisches Happy-End und einen Sieg über alle Widrigkeiten des Lebens.

Arielle, die Meerjungfrau ist für mich einer der schönsten Filme aus dem Hause Disney, besonders auch wegen der musikalischen Untermalung und der wunderbaren Synchronisation, und deshalb freue ich mich sehr, dass dieser Klassiker von 1989 ab heute auch wieder in der Original-Fassung erhältlich sein wird.

Die „Diamond-Edition“, die sowohl als DVD als auch als Blu-Ray erscheint, enthält dabei sowohl die Neu-Synchronisation von 1998 als auch auf einer weiteren Tonspur die alte Synchronisation des Films.

Zu dieser Entscheidung hat unter anderem auch die Online-Petition Change.org von Robert Eibegger ganz offensichtlich erfolgreich beigetragen, an der sich tausende Filmfans beteiligt haben.

Da die DVD- und Blu-Ray-Editionen von Disney aus marketingtechnischen Gründen jedoch immer nur kurze Zeit erhältlich sind, um ihren Wert hochzuhalten, sollte man hier schnell zugreifen.