Tracks – Spuren (2013)

Wer sich jetzt schon nach Sommer sehnt, der sollte sich Tracks – Spuren (2013) von John Curran nicht entgehen lassen.

Tracks handelt von einer zurückhaltenden, jungen Frau (gespielt von Mia Wasikowska – die mich hier ganz besonders an die junge Claire Danes erinnert), die sich allein auf eine über 3200 km lange Wanderung durch die australische Wüste begibt– von Alice Springs bis zum Indischen Ozean. Begleitet wird sie dabei nur von drei wilden Kamelen und ihrem geliebten Hund. In unregelmäßigen Abständen trifft sie auf ihrem Weg zudem den Fotografen Rick Smolan (gespielt von Adam Driver), der im Auftrag der National Geographic ihre Reise dokumentieren soll. Mit seiner unbekümmerten, eigenwilligen Art schafft er es allmählich, das Vertrauen der eher unterkühlten Robyn zu gewinnen und sich ihr anzunähern.

Wer nun glaubt, die Story entstammt der Phantasie eines Drehbuchautors oder Produzenten, der täuscht. Tatsächlich basiert sie auf der wahren Geschichte von Robyn Davidson , die 1977 im Alter von 27 Jahren genau diese Reise antrat. Ihre Erlebnisse und Erfahrungen verarbeitete sie in ihrem Buch „Tracks“, nach dem auch der Film benannt wurde.

Der Film ist mit seinen insgesamt 110 Minuten Laufzeit sehr lang, vor allem, wenn man bedenkt, dass es sich hier nicht um einen actiongeladenen Blockbuster mit diversen Handlungssträngen und Schauplätzen handelt. Der ganze Film dreht sich um eine Person – und deshalb muss man sich als Zuschauer sicherlich auf die Geschichte einlassen können. Wenn man den meditativen Charakter des Films jedoch erkennt und annimmt, wird man dafür belohnt.

Regisseur John Curran versteht es, uns die Schönheit der Wüste als auch ihre Brutalität vor Augen zu führen. Es gelingt ihm, uns etwas von der Faszination dieser unglaublichen Reise, die Robyn erlebt hat, mitzugeben. Und es wird deutlich, dass Robyn die Einsamkeit nicht sucht, sondern dass die Einsamkeit der Wüste nur ihre schon immer vorhandene, innere Einsamkeit widerspiegelt. Vermutlich fühlt sie sich deswegen auch so mit ihr verbunden. Dies bleibt jedoch Spekulation.

Robyn Davidson ist bis heute nicht in der Lage, zu erklären, warum sie diese wahnwitzige Reise angetreten ist. Auch im Film gibt es auf die Frage nach dem Warum nur ein „Warum nicht?“ als Antwort. Doch muss es eine Antwort geben? Ich finde nicht. Manchmal verspüren wir den Drang danach, etwas zu tun, ohne selbst eine Erklärung dafür zu kennen. Und doch sind wir davon überzeugt, dass es in diesem Augenblick wichtig und bedeutend für uns – und nur für uns – sein wird.

Vielleicht habt ihr schon einmal von dem wirklich poetischen und wunderschönen Spiel Journey von thatgamecompany gehört, bei der der Spieler ebenfalls vollkommen einsam eine Wüstenlandschaft durchqueren muss? Auch hier gibt es keine Erklärungen, keinen vordergründigen Sinn. Es gilt einzig und allein Folgendes: Der Weg ist das Ziel, und jede Reise ist es wert, dass man sie antritt.

Ich persönlich stelle es mir faszinierend vor, auf diese Weise an meine Grenzen zu gehen, eine solch enge Verbindung mit der Natur einzugehen und ein Teil von ihr zu werden, wäre aber wohl viel zu feige, um es tatsächlich zu tun. Wie sieht es denn mit euch aus? Könnte ihr euch eine solche Wanderung vorstellen?

Filminfos:

Regisseur. John Curran
Produzenten: Emile Sherman / Iain Canning
Cast: Mia Wasikowska, Adam Driver (u.a.)
basiert auf: Tracks von Robyn Davidson
Laufzeit: 110 Minuten
Kinostart Deutschland: 10.4.2014
 

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