„I want to ride my bicycle …“

„… I want to ride my bike.“  Freddy Mercury wusste um das Gefühl der grenzenlosen Freiheit beim Radfahren, das Gefühl, wenn man die Welt an sich vorüberziehen lässt, und damit auch die Probleme und Sorgen, die plötzlich bedeutungslos werden.

Die meisten Menschen lieben Motorsport, Autos und Motorräder. Ich persönlich favorisiere das Radfahren, im Besonderen das Freeriding. Letztes Wochenende war ich beim Red Bull District Ride, bei dem die besten Rider mit ihren Mountainbikes spektakuläre Tricks und Stunts zeigen.

In Filmen wurde das Thema des Radfahrens lange Zeit nur stiefmütterlich behandelt und filmischen Roadtrips mit Auto und Motorrad der Vorzug gegeben. Doch mittlerweile erlebt das Fahrrad ein Comeback, welches u.a. beim Internationalen Festival des Fahrrad-Films (ICFF: International Cycling Film Festival) gefeiert wird, das dieses Jahr am 20.9. in Krakau und am 10.10. in Herne stattfindet.

Einige sehenswerte Bike-/Cycling-Filme möchte ich euch hier kurz vorstellen:

1. Wer sich besonders für das Freeriding interessiert, der wird seine wahre Freude an „Life Behind Bars“ haben, einer non-fiktionalen, dokumentarischen Internet-Serie, die sich um den kanadischen Freerider Brandon Semenuk und seine Freunde dreht. Hier bekommt man nicht nur einen kleinen Einblick in das Leben des Sportlers, sondern sieht auch, wieviel Arbeit und Training dahintersteckt. Zudem ist die Serie sehr unterhaltsam.

2. Ein weiterer Dokumentarfilm, der sich mit Freeriding befasst, ist „Where the Trail Ends…“, bei dem einige der besten Freerider vor außergewöhnlicher Kulisse rund um die Welt atemberaubende Stunts und Sprünge erproben.

3. Der Klassiker und das Meisterwerk des italienischen Neorealismus „Fahrraddiebe“ von Vittorio de Sica aus dem Jahre 1948 muss natürlich hier ebenfalls seine Erwähnung finden. Darin wird ein gestohlenes Fahrrad zur existenziellen Bedrohung für den Protagonisten Antonio, welcher ohne dieses seine Arbeit nicht antreten kann….

4. Auch Tim Burton, der Meister des Dark Fantasy Films, hat im Jahre 1985 in seinem Debüt-Film „Pee Wee’s Big Adventure“ die Suche um ein gestohlenes Fahrrad in den Mittelpunkt seiner Geschichte gestellt. Nicht wirklich düster, doch komisch-skurril, folgt man in diesem Roadmovie einem typischen Burton-Außenseiter bei seinen Abenteuern.

5. Als Champion während der Tour de France entführt wird, setzt seine besorgte Großmutter Himmel und Erde in Bewegung, um ihn wiederzufinden und erhält dabei Unterstützung von vielen äußerst liebevollen Figuren. Diese Geschichte erzählt der ungewöhnliche Zeichentrickfilm „Das große Rennen von Belleville“, der sich der Slapstick-Komik im Stile von Jacques Tati und Charlie Chaplin bedient und eine Hommage an das Kino ist.

6. Von den Dardenne-Brüdern kommt mit „The Kid with a Bike“ ein eher nüchtern erzählter Film daher. Cyril, ein 12jähriger Junge, wird von seinem Vater in ein Heim gebracht. Um seinen Vater zu finden, reißt Cyril aus und bedient sich der Hilfe der liebenswerten Samantha, die sich liebevoll seiner annimmt. Sein Fahrrad wird dabei zum Symbol für die Hoffnung, an die der Junge sich klammert.

7. „Wadjda“ ist ein außergewöhnlicher Film in vielen Bereichen. Es ist nämlich der erste Spielfilm, der jemals in Saudi-Arabien gedreht wurde, und dazu von einer Frau. Wir begleiten in diesem Film das Mädchen Wadjda, das sich in einer Welt der Unterdrückung nichts sehnlicher wünscht als ein Fahrrad. Für uns nichts Ungewöhnliches, ist es Frauen in Saudi-Arabien nämlich verboten, mit dem Fahrrad zu fahren. Wadjda versucht jedoch das Unmögliche möglich zu machen…. „Wadjda“ ist ein mutiger Film über ein mutiges Mädchen, ein Film über die Sehnsucht nach Ausbruch und Freiheit, nach Gleichberechtigung und Wertschätzung. Ein Film, der sehenswert und wichtig ist.

8. Der neueste Film „Hin und weg“ von Christian Zübert erzählt von dem an ALS erkrankten Hannes, der ein letztes Mal mit seinen Freunden eine Fahrradtour nach Belgien unternehmen will – mit dem Ziel, dort Sterbehilfe zu beantragen.  Ein Roadmovie über ein Thema, das aktuell viele Menschen bewegt.

9. Michael Dudok de Wit ist für einen meiner liebsten Kurzfilme verantwortlich: „Father and Daughter“. Wir verfolgen darin, wie ein Mädchen ihr ganzes Leben hindurch unermüdlich mit dem Fahrrad an den Ort zurückkehrt, an dem einst ihr geliebter Vater verschwunden ist. Ein melancholisches und anrührendes Meisterwerk!

Und euch wünsch ich für nun viel Spaß beim In-die-Pedale-treten!

 

 

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Ein Gedanke zu “„I want to ride my bicycle …“

  1. Pitseleh schreibt:

    Nicht nur beim In-die-Pedale-treten, sondern auch beim Filme gucken, vielen Dank (wie immer!) für die tollen Tipps! Einen habe ich noch (den hast du mir sogar empfohlen ^^): The Invisible Frame mit Tilda Swinton. Sehr schön, besonders wenn man sich den Vorgänger Cycling The Frame anschaut und merkt, wie sich Berlin verändert hat.

    (Ich gehöre übrigens zu der Minderheit, die überhaupt nichts für Autos und Motorräder übrig hat :P Aber Fahrradstunts und Freeriding sind in der Tat faszinierend… aber ich bleibe bei meinen Skateboards)

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